Der Archaeopteryx
Der Archaeopteryx ist ein Brückentier zwischen Reptil und Vogel (siehe oben).
Schon vor den fossilen Funden gab es die Theorie, dass die Vögel von den Dinosauriern abstammten. Man ging davon aus, dass aus den Schuppen Federn wurden, welche eine bessere Wärmedämmung hatten. Aus den Armen entwickelten sich nach und nach befiederte Flügel.
Man scheiterte aber immer daran, dass diese kein Gabelbein hatten.
Der Vorfahr des Archaeopteryx musste ein Gabelbein haben und warmblütig
sein. Man forschte lange unter den Wurzelzähnlern, jedoch vergebens.
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Übrigens leben heute noch Vögel die Krallen an den Flügeln haben (der Hoatzin) und es steht nach wie vor die Frage im Raum – ist der Archaeopteryx ein Vogel oder ein Reptil.
Der erste, wahrscheinlich richtige Vogel den man nicht mehr als Brückentier bezeichnen muss, wurde 10 Jahre nach den Funden von Archaeopteryx in Nordamerika mit dem Ichtyornis gemacht.
Die ersten Funde die gemacht wurden, konnten damals noch nicht zugeordnet werden. Es waren die Funde
1855 in Riedenburg, 40 km östlich von Eichstätt. Das so
genannte Haarlemer Exemplar. Zunächst als Flugsaurier-Rest betrachtet
und erst 1970 als Urvogel erkannt.
1860 im Gemeindesteinbruch Solnhofen. Es war nur eine Feder.
Der Fund mit dem alles begann: Im Sommer 1861 wurde von einem Steinbrucharbeiter
auf der Langenaltheimer Haardt nahe bei Solnhofen Gesteinsplatten
gefunden, die eine Versteinerung enthielt welches offensichtlich der Abdruck
eins merkwürdigen, bisher unbekannten fossilen Tieres war. Es schien
eine Echse mit Flügeln zu sein. Der Steinbrucharbeiter brachte sie
zum Landarzt Dr. Carl Häberlein, von dem er wusste, dass dieser ein
Fossilkenner war. Dieser wertete den Fund richtig und verkaufte ihn für
13.000 Goldmark an das britische Museum in London. Das Typus-Exemplar wurde
1863 von OWEN als Archaeopteyx lithographica in die Wissenschaft eingeführt.
Die bisher schönste Versteinerung (siehe rechts) fand man 1877 auf
dem Blumenberg bei Eichstätt. Diese wurde noch teurer an das Museum
für Naturkunde der Humboldt Universität in Berlin verkauft
(Berliner Exemplar).
Folgende weitere Funde sind bekannt:
Maxberg Exemplar 1956 auf dem Langenaltheimer
Haardt bei Solnhofen.
Das Eichstätter Exemplar 1951 in Workerszell bei Eichstätt wurde
erst 1973 als Urvogel erkannt.
Ein bisher letztes Exemplar „Brustbein“ des Solenhofener Aktiensvereins
fand man 1992 auf dem Langenaltheimer Haardt bei Solnhofen auf der Fränkischen
Alb. 1993 von WELLNHOFER als Archaeopteryx bavarica in die Wissenschaft
eingeführt.
Bis heute sind einschließlich der ersten Feder insgesamt 7 Funde bekannt. Alle sind aus der Weißjurazeit und somit ca. 130 – 150 Mio. Jahre alt.
Anfänglich hielt man die Funde für Pterosaurier oder Compsognathus – die Frage aber war, woher kamen die Federn? Deshalb hielt man sie oft für eine Fälschung. Viele Vermutungen wurden angestellt und daraus resultierend die Namen. Diejenigen die glaubten, es sei ein Kriechtier gewesen, nannten ihn Gryphosaurus problematicus (schwerzudeutende Rätselechse). Andere glaubten, dass er über begrenztes bis gutes Flugverhalten verfügte und gaben ihm den Namen Archaeopteryx lithographica (Uralter Vogel aus Steinbruchschiefer).
Der
Archaeopteryx sah nach Rekonstruktionen aus wie eine Echse mit Federn.
Er hatte Zähne, einen bewirbelten Schwanz und auch der Körperbau
sprechen für eine Echse. Andererseits sprachen jedoch das Gefieder
und die verlängerten Vordergliedmaßen für einen Vogel.
Der Archaeopteryx lebte auf Bäumen in lichten Wäldern wo er leicht
Insekten jagen konnte. Durch die Überreste der Vorderbeine, die 3
Krallen hatten, konnte er gut klettern und sich an den Bäumen festklammern.
Die Größe des Archaeopteryx lag zwischen einer Taube und einer Krähe.
Er hatte 21 Wirbel aber auch einen Vogelschädel und ein Vogelbecken. Die Mittelhandknochen waren nicht verwachsen und die erste Zehe stand den anderen gegenüber. Die Mittelfußknochen waren ebenfalls nicht verwachsen. Die Rippen hatten keine Versteifungsfortsätze. Der Kiefer hatte Kegelzähne. Das kleine Brustbein, welches nicht verknöchert war, lässt darauf schließen, dass der Archaeopteryx ein Gleiter war.
Mit den langen und kräftigen Beinen konnte er gut springen und laufen, wie dies bei den heutigen Vögeln der Fall ist. Der Urvogel lief auf den Hinterbeinen, konnte fliegen und sich mit den Fingerkrallen festhalten. Lebensraum war wahrscheinlich ein Baum- und Buschland mit Nadelbaum - und Ginko -, Palmfarn - und Samenfarngewächsen. Als Nahrung dienten vermutlich kleine Tiere wie Eidechsen und Insekten.
Die großen breiten Federn bildeten eine breite und luftdichte Tragfläche. Trotzdem dürfte Archaeopteryx ein "schlechter" Flieger gewesen sein: Über die Federfarbe und die weitere Lebensweise ist bisher nur wenig bekannt.
Zeitgenossen in demselben Gebiet waren der gleichgroße Raubdinosaurier Compsognathus, die Flugsaurier Pterodactylus und Rhamphorhyuclus. Zur selben Zeit lebten auch die Dinosaurier wie Brachiosaurus und Dicraeosaurus in Afrika oder Diplodocus in Nordamerika.
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